Die Geschichte der Kraiburger Apotheke von 1837 bis heute
Vielen eiligen Besuchern des historischen Marktplatzes von Kraiburg am Inn mag die kleine Inschrifttafel am heutigen Apotheken-und Arzthaus, Marktplatz 29, noch unbekannt sein, die da lautet:
„Dieses Haus wurde 1740 von dem Pfleger Freiherrn von Lerchenfeld erbaut und 1754 wurde es der Sitz der vereinigten Gerichte Kraiburg und Mermosen. Vor diesem Hause standen die zur 'Geige und zum Stocke' verurteilten Sträflinge und wurde allda 1796 das letzte Todesurteil gesprochen.“
Chronik der Apotheke
1837 Gründung der Apotheke in Kraiburg durch Josef Lerch im ehemaligen Gerichtsgebäude
1860 Nachfolger Sohn Josef, Apotheker
1871 Übergabe durch Kauf an Josef Nepomuk Wimmer, Kunsthändlerssohn und Pharmazeut aus München. Dieser ist der Stammvater der bis heute bestehenden Apotheke mütterlicherseits in Kraiburg. Er nannte seine Apotheke „Johann Nepomuks Wimmersche Engel Apotheke“.
1883 In diesem zeitlichen Zusammenhang besonders erwähnenswert ist das Meisterwerk des bekannten Heimatmalers Johann Sperl: „Apothekergarten in Kraiburg“. Johann Sperl pflegte enge Freundschaft mit der Familie Wimmer. Das Ölgemälde hängt schon seit Jahren in der Münchner Lenbachgalerie. Im Moment ist diese wegen Umbau geschlossen.
Es folgten:
1890 Wimmer Maria, Apothekerswitwe, zum Alleinbesitz
1928 Wimmer Hubert, Sohn, Apotheker, durch Erbschaft
1955 Angstwurm Martha, geb.Wimmer, Tochter durch Erbe, Namensänderung in Engel-Apotheke, Verpachtung an Victor Putzig, Apotheker
1970 Übergabe an Sohn Werner Angstwurm, Apotheker
1973 Namensänderung in Markt-Apotheke Kraiburg
1998Gründung einer neuen Apotheke, Apotheke am Inn, durch Wilma Angstwurm, Volksschullehrerin und Apothekerin, und schrittweise Verkleinerung der Markt-Apotheke.
2001 Schliessung der Markt Apotheke am Marktplatz 29 im alten Apothekenhaus wegen zu klein gewordener Räumlichkeit
2007 Übergabe der Apotheke am Inn an Judith Angstwurm, Tochter, Apothekerin
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